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Dialogperspektiven:
Religionen und
Weltanschauungen
im Gespräch

Dialogperspektiven: Religionen und Weltanschauungen im Gespräch ist ein Programm des jüdischen Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) zur Etablierung neuer Formen des interreligiösen und weltanschaulichen Dialogs und richtet sich an Stipendiat_innen aller 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Begabtenförderungswerke.

Ziele

Mit Dialogperspektiven treten wir gemeinsam mit Stipendiat_innen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Identitäten und Prägungen sowie mit renommierten Wissenschaftler_innen und diskursbestimmenden Expert_innen über eines der wichtigsten Themen unserer Zeit in Dialog: die Rolle von Religionen und Weltanschauungen für das Individuum und die Gesellschaft.

Programm

Seit Herbst 2015 kommen im Rahmen von Dialogperspektiven Studierende und Promovierende aller 13 Begabtenförderungswerke unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Identitäten zusammen.

Mitmachen

Die Einladung zur Bewerbung am Programm Dialogperspektiven richtet sich an Stipendiat_innen aller Begabtenförderungswerke, Studierende wie Promovierende.

Verantwortlich

„Dialogperspektiven: Religionen und Weltanschauungen im Gespräch“ ist ein Programm des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES).

Ziele

Mit Dialogperspektiven möchten wir gemeinsam mit Stipendiat_innen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Identitäten und Prägungen sowie mit renommierten Wissenschaftler_innen und diskursbestimmenden Expert_innen über eines der wichtigsten Themen unserer Zeit in Dialog treten: Die Rolle von Religionen und Weltanschauungen für das Individuum und die Gesellschaft.

 

Die Bedeutung der Religionen und Weltanschauungen im politischen Feld und im öffentlichen Diskurs ist heute so hoch wie nie. Die zunehmende religiöse Pluralisierung stellt die Gesellschaft in Deutschland und Europa vor neue Herausforderungen: Säkularisierung, religiöse Radikalisierung, Antisemitismus, Islamophobie sind nur einige Stichworte, die den gesellschaftlichen Diskurs zu religiösen Weltanschauungen prägen. Eine anti-religiöse Einstellung zeigt sich dazu in gesellschaftlichen Phänomenen wie der PEGIDA-Bewegung und der zunehmenden politischen Bedeutung rechts- und linkspopulistischer Parteien in Europa.

Bereits nach den terroristischen Anschlägen in Paris im Januar 2015 hat die Frage nach der Rolle von Religionen in Westeuropa eine besondere Brisanz gewonnen und religiös oder vermeintlich religiös motivierte Gewalt überlagert den zugrunde liegenden Diskurs zur Bedeutung von Religionen in der Gegenwart. Dieser Diskurs mit seinen vielen verbundenen Fragekomplexen stellt für die Generation junger Erwachsener eine besondere Herausforderung dar: Wie können sie gemeinsam in Dialog treten? Wie wollen sie sich innerhalb der unterschiedlichen Diskurse positionieren? Welche innovativen Formen des Sprechens über religiöse und weltanschauliche Fragestellungen lassen sich zusammen entwickeln? Wie können Gegensätze in der jeweils persönlichen Lebensgestaltung thematisiert und gleichzeitig gemeinsame Positionen eingenommen werden?

Diesen Frage zu begegnen, wird durch Dialogperspektiven ermöglicht. Gerade in Hinblick auf aktuelle Entwicklungen ist der interreligiöse Diskurs in allen Teilen der durch die 13 Begabtenförderungswerke repräsentierten Gesellschaft heute und in Zukunft von höchster Notwendigkeit.

 

Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seit Beginn des Programms im September 2015 zeigen zudem, dass Dialogperspektiven auch in Zukunft seine Relevanz behalten wird: Die erneuten terroristischen Anschläge in Beirut, Paris und Istanbul, die anhaltende Gewalt in Israel und deren Auswirkungen auf den gesellschaftliche Diskurs in Deutschland, aber gerade auch die Frage nach dem Umgang mit Geflüchteten in Deutschland und Europa und die damit verbundene Debatte um das Verhältnis des Islam zur Mehrheitsgesellschaft sind nur einige Anlässe von vielen, die uns in unserer Überzeugung bestärken, dass ein gemeinsamer, zukunftsgerichteter Dialog der einzig sinnvolle Weg ist, diesen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen zu begegnen. Dabei stehen vor allem die Schaffung von Allianzen und die Formulierung gemeinsamer Ziele als dringliche Anliegen der Dialogperspektiven im Vordergrund unserer Arbeit.

 

Programm

Seit Herbst 2015 kommen im Rahmen von Dialogperspektiven Studierende und Promovierende aller 13 Begabtenförderungswerke unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Identitäten zusammen. Pro Jahr arbeiten bis zu 40 Teilnehmer_innen in jeweils vier Arbeitsgruppen interdisziplinär zu zwei Themen mit Relevanz für den interreligiösen Dialog. Dabei ist es möglich, die Seminare modular zu verstehen: Sie sind so konzipiert, dass sie einerseits aufeinander aufbauen, gleichzeitig die jährliche Teilnehmer_innenfluktuation aufgreifen können.

Seminare

Folgende Seminarthemen werden während der drei Jahre bearbeitet:

  1. Grundlagen: Gottesbegriffe und Sprechen über Gott (30.09.–04.10.2015)
  2. Menschenbilder – Gesellschaftsbilder (02.–06.03.2016)
  3. Religion und Gewalt (26.–30.10.2016)
  4. Mehrheiten und Minderheiten (15.–19.03.2017)
  5. Religion und Medien – eine Analyse
  6. Theokratie – ein Gedankenexperiment

Die Seminare finden jeweils im Herbst und Frühjahr eines jeden Jahres statt. Während der Seminarwochen wird Wert auf die religiöse Praxis gelegt. Hierbei soll nicht nur die eigene religiöse Praxis gelebt, es sollen auch Räume eröffnet werden, die jeweils anderen Religionen kennenzulernen. Dazu zählen das Erkunden unterschiedlicher Gottesdienstformen und Gebetspraxen genauso wie das Untersuchen verschiedener Formen der Spiritualität oder das Kennenlernen kulinarischer Traditionen.

 

Konferenzen

Nach jedem Seminar werden die Teilnehmenden in ihren Arbeitsgruppen unter Anleitung der Projektkoordinatorin weiterarbeiten und ihre Ergebnisse aufbereiten. Diese Ergebnisse werden auf mehrtägigen Konferenzen in Berlin zusammengetragen und einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Im Mittelpunkt der Konferenzen stehen die Stipendiat_innen: Sie tragen hier ihre erarbeiteten Ergebnisse und Thesen vor und diskutieren diese in Panels. Ergänzt werden die Konferenzen durch jeweils einen Gastvortrag eines Key Note Speakers zum Thema. Auch wenn Deutschland und Europa im Fokus des Projekts stehen, ist ein Sprechen über Religion ohne globale Kontextualisierung nicht möglich. Um diese sicherzustellen, werden auch international renommierte Dozent_innen eingeladen.

 

Abendveranstaltungen

Zusätzlich zum Seminar-Programm finden jährlich zwei öffentliche Abendveranstaltungen statt, die sich sowohl an die Teilnehmer_innen als auch an Stipendiat_innen der Begabtenförderwerke sowie an Akteure aus Politik und Wissenschaft richten. Mit diesen Veranstaltungen gehen die Dialogperspektiven einen wichtigen Schritt hin zur Mitgestaltung des öffentlichen Diskurses zum Verhältnis von Religionen und Weltanschauungen zur Gesellschaft in Deutschland und Europa.

 

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Übersicht 2015/16

Seit Herbst 2015 kommen im Rahmen von Dialogperspektiven Studierende und Promovierende aller 13 Begabtenförderungswerke unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Identitäten zu mehrtägigen Seminaren zusammen. Pro Jahr arbeiten 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in jeweils vier Arbeitsgruppen interdisziplinär zu zwei Themen mit Relevanz für den Dialog.

Aus über 150 Bewerbungen haben wir geeignete Telnehmer_innen für das erste Jahr auswählen dürfen und dabei unser Ziel, eine möglichst große Vielfalt religiöser und weltanschaulicher Identitäten abzubilden, bereits im ersten Jahr erreichen können: Die religiöse Zugehörigkeit der 37 Teilnehmer_innen des ersten Jahres umfasst dabei: evangelisch, jüdisch (orthodox,  liberal und säkular), römisch-katholisch, muslimisch, konfessionslos, russisch-orthodox, griechisch-orthodox, alevitisch und hindu.

Insgesamt haben wir mit der Auswahl der Teilnehmer_innen des ersten Jahres eine Gruppe vielseitig interessierter und engagierter zukünftiger Verantwortungsträger_innen gewinnen können, die ihre jeweils eigenen bisherigen Erfahrungen im interreligiösen Dialog in das Programm einbringen. Mit den Dialogperspektiven schaffen wir einen Raum, um gemeinsame Ziele zu formulieren, Allianzen zu bilden und die Aktivitäten der Teilnehmer_innen zu bündeln.

Teilnehmer_Innen

Hier folgen in Kürze Porträts ausgewählter Teilnehmer_innen des Programms.

Mit der öffentlichen Auftaktveranstaltung im Bärensaal des Alten Stadthauses in Berlin konnte in einem feierlichen Rahmen öffentlichkeitswirksam der Beginn der Dialogperspektiven begangen werden.

An der Veranstaltung nahmen neben den Teilnehmer_innen und Dozent_innen des ersten Seminars prominente Vertreter_innen aus Politik, gesellschaftlichen und religiösen Verbänden teil. Vor etwa 120 Gästen sprach der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, sowie der ELES-Direktor Rabbiner Prof. Walter Homolka, der Vorsitzende des ELES-Beirats, Prof. Micha Brumlik, sowie Jo Frank, ELES-Geschäftsführer. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion kamen die Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf, Volker Beck und Dr. Claudia Lücking-Michel mit Jo Frank über Religionspolitik, Integrationspolitik und Geflüchtete ins Gespräch. Zum Abschluss gab Projektkoordinatoren Johanna Korneli einen Ausblick auf das im Anschluss beginnende erste Seminar. Für die Teilnehmer_innen bot sich beim anschließenden Empfang die Möglichkeit, mit hochrangigen Politiker_innen ins Gespräch zu kommen, was diese intensiv wahrnahmen.

Impressionen von der Auftaktveranstaltung am 30. September 2016

Das Thema des ersten Seminars, das vom 30.09.2015 bis zum 04.10.2015 stattfand, lautete Gottesbegriff und Sprechen über Gott. Das Seminar fand in der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz bei Brandenburg (Havel) statt, die ELES schon seit Jahren als Partner für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Auch für die Dialogperspektiven mit ihren besonderen Anforderungen ist der Tagungsort ideal: So mussten für die Dialogperspektiven-Teilnehmer_innen mit ihren unterschiedlichen religiösen Hintergründen, besonders auf Speisevorschriften Rücksicht genommen werden, was das Haus zuverlässig umsetzte.

 

Inhaltlich und organisatorisch begleitet wurde das Seminar von Dialogperspektiven-Koordinatorin Johanna Korneli und Projekt-Assistent Adrian Fiedler. Die einzelnen Programmpunkte waren in enger aber wechselhafter Folge, was sowohl von den Teilnehmer_innen als auch den Dozent_innen im abschließenden Feedback positiv bewertet wurde.

Der Ablauf sah an jedem Tag einen geistlichen Impuls, Fokussierung zu einem Thema in Arbeitsgruppen, Fachvorträge und Lesungen, sowie die Möglichkeit der Ausübung religiöser Praxis vor. Die Teilnehmer_innen hatten bei gemeinsamen Gebeten, Andachten und Gottesdiensten die Möglichkeit, die religiösen Praktiken und Traditionen der anderen Stipendiat_innen kennenzulernen. Höhepunkt war dabei das gemeinsame Feiern vom jüdischen Fest Sukkot mit dem Bau einer Laubhütte im geschützten Schlossgarten von Gollwitz, was das Denkmalamt dankenswerterweise ermöglichte und die vom Wittenberger Architekten BoArchitekt für Dialogperspektiven entworfen wurde.

Gerade neben dem wissenschaftlichen Austausch wurde der religiös-praktische Austausch, bei dem sich die Teilnehmer_innen offen und begeistert einbrachten als besondere Stärke des Programms hervorgehoben. Hier gab es viele sehr ermutigende und auch bewegende Momente, beispielsweise als beim Kabbalat Shabbat eine muslimische Teilnehmerin als Abschluss aus dem Koran las.

Für die Umsetzung des Programms konnten die folgenden renommierten und Diskurs bestimmende Wissenschaftler_innen gewonnen werden:

AG-Leiter_innen

  • Prof. Dr. Holm Tetens (AG Glaube und Vernunft – natürliche Theologie und interreligiöser Dialog)
  • Prof. Dr. Frederek Musall (AG Ausgesprochene Sprachlosigkeit – Religionsphilosophische Perspektiven zum Gottesbegriff)
  • Dr. Alexander Graeff (Religiöses Sprechen ohne »Gott«  – Was wir von nicht-institutionellen, immanenten und privatistischen Formen von Religiosität und  Spiritualität lernen können)
  • Dr. Ayşe Başol (AG Das Licht Gottes. Gottes Selbstoffenbarung – Über den einen Gott und dessen Licht).

Prof. Dr. Anantanand Rambachan von der Akademie der Weltreligionen konnte für einem Vortrag zum Thema „Not-Two: God, World and Humanity in the Hindu Tradition“ und Prof. Dr. Perry Leukel für eine Einführung in die pluralistische Religionstheologie gewonnen werden. In Erweiterung an das bewährte ELES-Format Ask the Rabbi fand an einem der Seminartage der Programmpunkt Ask the Spirutal Leaders statt, bei denen die Teilnehmer_innen sich mit den Geistlichen Imam Süleyman Kücük, Priester Prof. Dr. Josef Wohlmuth, Pröpstin a.D. Friederike von Kirchbach, und Rabbiner Alexander Grodensky angeregt austauschten. Als besonderes Zeichen der Verbundenheit mit dem Programm darf die Teilnahme des ehemaligen Leiters des Bischöflichen Cusanuswerks, Josef Wohlmuth, gewertet werden.

In einer Abendveranstaltung lasen Karla Reimert Montasser und Jan Kuhlbrodt aus ihren vielfach ausgezeichneten Werken zum Thema Gott und Freiheit. Das anschließende Gespräch moderierte Dialogperspektiven-Projektleiter und ELES-Geschäftsführer Jo Frank.

In einer abschließenden Feedback-Runde erfuhr das erste Seminar sowohl durch die Teilnehmer_innen als auch Dozent_innen eine durchweg positive Bewertung. Die Teilnehmer_innen betonten den einzigartigen Charakter des Programms und waren von der inhaltlichen Schwerpunktsetzung und Vorbereitung durch die Projektkoordinatorin und der Auswahl der Referent_innen überzeugt. Vielfach wurden die besondere Atmosphäre sowie die positive Diskussionskultur innerhalb der Gruppe hervorgehoben. Kritik und Anregungen, etwa das Bedürfnis nach längeren Diskussions- und Reflexionsphasen wurden von der Projektkoordinatorin dankbar angenommen und werden bei der Konzeption der kommenden Seminare berücksichtigt, ebenso wie die von den Teilnehmer_innen eingebrachten Ideen und Vorschläge für zukünftige Themen und Referent_innen.

>> Impressionen vom Herbstseminar 2015

 

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Dozent_Innen

Als erste von insgesamt fünf geplanten Abendveranstaltungen fand am 27. Januar eine Podiumsdiskussion statt, bei der Margot Käßmann, Milad Karimi und Micha Brumlik (jeweils Links zu den Portraits) gemeinsam mit Teilnehmer_innen des Programms zur Rolle von Religionen bei der Integration von Geflüchteten in Deutschland und Europa diskutieren werden. Mit diesem Thema zeigen wir die bereits aufgeführte Einschätzung der Bedeutung unseres Programms auf. Die überaus große Resonanz im Vorfeld der Veranstaltung bestätigt uns hierin. Die über 150 Anmeldungen – darunter zahlreiche renommierte Vertreter_innen aus Politik, Wissenschaft und Religion – zeigen, dass sowohl das Thema als auch die Auswahl der Podiumsgäste wie erhofft auf großes öffentliches Interesse stießen. Besonders freut uns die große Anzahl an Pressevertreter_innen und das damit verbundene mediale Echo.

>> Impressionen von der Abendveranstaltung
>> Medienecho zur Abendveranstaltung

Das zweite Seminar der Dialogperspektiven fand vom 2. bis 6. März 2016 im Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen in Bad Bevensen statt. Aufbauend auf das erste Seminar befasste sich das zweite Seminar unter der Überschrift „Menschenbilder – Gesellschaftsbilder“ mit zeitgenössischen Positionen christlicher, jüdischer, muslimischer, atheistischer und esoterisch geprägter Menschenbilder. Was haben diese Menschenbilder für eine Bedeutung für das Individuum – jeweils für sich selbst, aber auch für die Verortung innerhalb seiner/ihrer Religionsgemeinschaft sowie der jeweiligen Gesamtgesellschaft? Inwiefern sind weltanschaulich geprägte Menschenbilder mit Konflikten zwischen Weltanschauungen in Verbindung zu bringen? Wie verhalten sich Institutionen als Träger_innen von Weltanschauungen? In diesem Kontext wurden auch Themen wie Familienvorstellungen, -modelle und –rollen, der Umgang mit Diversity und genderspezifischen Fragen innerhalb unterschiedlicher Weltanschauungen gemeinsam diskutiert. Eine besondere Bedeutung der weltanschaulich geprägten Menschenbilder kommt auch ihrem

Niederschlag in säkularen Wirkungsräumen zu. Als Arbeitsgruppenleiter_innen wurden wir von Prof. Dr. Frederek Musall, Dr. Alexander Graeff und Marcia Moser unterstützt. Als weitere Referent_innen haben wir uns sehr gefreut, Dr. Christine Schwöbel-Patel, Prof. Dr. Susanne Lanwerd, Çiğdem İpek sowie Cecilia und Yair Haendler begrüßen zu dürfen. Als rabbinische Begleitung haben wir erneut Rabbiner Alexander Grodensky gewinnen können.

>> Impressionen vom Frühjahrsseminar 2016

Dozent_Innen

Am 28. und 29. Mai 2016 fand in Berlin die erste Konferenz der Dialogperspektiven statt, bei der die Ergebnisse des ersten Jahres einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wurden. Es freut uns außerordentlich, dass Rabbiner Yehuda Sarna, Executive Director des Bronfman Centers der NYU, einer der international renommiertesten Vertreter des interreligiösen Dialogs als Keynote Speaker an der feierlichen Abschlussveranstaltung der Dialogperspektiven mitgewirkt hat.

>>Impressionen von der Dialogperspektiven-Abschlusskonferenz 2015/16


 

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Übersicht 2016/17

Das Herbstseminar 2016 widmet sich dem Thema Religion und Gewalt. Hierzu kommen wir vom 26. bis 30.10.2016 in Lychen (Brandenburg) zusammen.

Besonders in Zeiten, in denen religiöser Fundamentalismus immer wieder seinen Ausdruck in Gewalt findet, ist es gängige Rhetorik nicht-fundamentalistischer Juden, Muslime, Christen, von einem „Missbrauch“ der Religion zu sprechen, von „Gewalt im Namen von …“. In diesem Seminar möchten wir der Frage nachgehen, ob solches Sprechen tatsächlich sinnvoll ist.

Gewalt ist ein inhärentes Phänomen aller Religionen. Dies lässt sich am einfachsten auf der Basis der Quellentexte Bibel, Tora, Koran als vorderste Referenzpunkte feststellen. Gleichzeitig beansprucht jede der drei monotheistischen Religionen für sich, eine „Religion des Friedens“ zu sein. Ist dieser Friede aber nur ein Angebot an die eigenen Gläubigen?

Als Bestandteil dieses Seminars werden auch andere Weltanschauungen dieser Frage unterzogen werden. Sowohl strukturell inhärent als auch historisch evident ist die Gewalt im Atheismus – was hat dies zur Folge?

Gewalt bedeutet in der Behandlung selbstverständlich nicht nur ein physischer Ausdruck von Gewalt, sondern zunächst – nach soziologischer Einordnung – eine allgemein gefasste illegitime Ausübung von Zwang. Hier stellt sich also u.a. die Frage nach der Legitimität. Damit können wir einen Bogen zu unserem zweiten Seminar schlagen: Wie verhält es sich, wenn es eine vermeintliche religiöse Legitimierung von Gewalt gibt? Das Verhältnis von Religion und Gewalt ist auf diese Frage hin nicht ausreichend beleuchtet worden: Wenn Gewalt also ein inhärentes Phänomen aller Religionen ist, wie verhalten wir uns dazu? Das wird die zentrale Fragestellung dieses Seminars sein.

Mehrheiten und Minderheiten ist das Thema des Frühjahrsseminar 2017, das voraussichtlich vom 15. bis 19. März 2017 im polnischen Stettin (Szczecin) stattfindet.

Fragen nach dem Status religiöser und ethnischer Minderheiten innerhalb der Gesamtgesellschaft stehen im dritten Seminar im Fokus. Wie verhalten sich Mehr- und Minderheiten zueinander und beeinflussen einander? Bilden Gläubige sogar ganz grundsätzlich immer eine Minderheit in der Gesamtgesellschaft? Diese Fragen sind gerade jetzt enorm wichtig, da Minderheiten immer stärker unter Druck von Teilen der Gesamtgesellschaft geraten. Migrationserfahrungen sollen hier zur Sprache kommen ebenso wie die Diskussion um Ein- bzw. Zuwanderung.

Im Jahr 2014 wurde ein neues Phänomen in Deutschland und Europa sichtbar: Vor dem Hintergrund des letzten Krieges zwischen Israel und Palästinensern wurde in Deutschland und Europa ein grundlegender Konflikt zwischen Juden und Muslimen konstatiert, den es in den Erfahrungen beider Religionsgemeinschaften in dieser Form nicht gibt. Das Neue an diesem Phänomen war, dass eine religiöse Minderheit gegen eine andere religiöse Minderheit medial ausgespielt wurde. Dabei haben Juden und Muslime in ihren jeweiligen heutigen Lebenswelten in Europa größere Gemeinsamkeiten als Juden und Christen bzw. Christen und Muslime.

Gerade jetzt, wo Bewegungen wie PEGIDA sich – auf eine vermeintlich jüdisch-christliche abendländische Kultur sich verweisend – gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ berufen, wird es in diesem Seminar auch um die Verantwortung gehen müssen, die Mehrheitsgesellschaften für religiöse und ethnische Minderheiten haben. Allerdings wird auch gefragt werden, ob – und wenn ja, wo – religiöse Minderheiten ihre spezifischen Ausprägungen an eine Mehrheitsgesellschaft anpassen müssen. Diese Fragen knüpfen an das zweite Seminar an und öffnen einen noch weiteren Raum für Konflikte, die, wie bereits einleitend beschrieben, für das gegenseitige Verstehen und gegenseitiges Verständnis genutzt werden sollen.

Bei diesem Seminar wird es im Kern auch darum gehen müssen, in wieweit es nur möglich ist, das Eigene zu behaupten, indem man ein Anderes konstruiert, auf das man seine Ängste projiziert. Eine gemeinsame Entwicklung von Thesen zum Verständnis verspricht hier eine besonders wertvolle gemeinsame Arbeit.

Die Abschlusskonferenz des Jahres 2016/17 findet vom 6. bis 9. Juli 2017  in Lutherstadt Wittenberg statt.


 

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Mitmachen

Die Einladung zur Bewerbung am Programm Dialogperspektiven richtet sich an Stipendiat_innen aller Begabtenförderungswerke, Studierende wie Promovierende. Sie sollten sich zu Programmbeginn noch für mindestens 12 Monate in der Förderung befinden. Promovierende, deren Forschungsschwerpunkte mit Fragestellungen des Programms verbunden sind, werden ausdrücklich eingeladen, sich zu bewerben.

Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme am Dialogperspektiven-Programm im akademischen Jahr 2016/17 endet am 15. September 2016. Zur Bewerbung senden Sie bitte folgende Unterlagen per E-Mail als PDF-Dokument an bewerbung@dialogperspektiven.de:

  • Bewerbungsbogen
  • Motivationsschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Nachweis über die Aufnahme in Ihr Förderwerk (Aufnahmebescheid)

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Projektkoordinatorin Johanna Korneli (korneli@dialogperspektiven.de)

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Veranstalter

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V.

„Dialogperspektiven: Religionen und Weltanschauungen im Gespräch“ ist ein Programm des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES).

ELES ist eines der dreizehn Begabtenförderungswerke, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt werden und fördert besonders begabte jüdische Studierende und Promovierende. Seit seiner Gründung 2009 steht das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Im Studienwerk treffen sich akademische Exzellenz und Engagement für die jüdische Gemeinschaft und die Gesamtgesellschaft. Mit der gezielten Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk zudem einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität. Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk fühlt sich in seiner Arbeit dem Lebenswerk seines Namensgebers Ernst Ludwig Ehrlich, dem Pionier und Brückenbauer des interreligiösen Dialogs in Europa, verpflichtet. Es erachtet die Initiierung dieses Programms als beispielhaft für die Aufgabe der Begabtenförderung, die zukünftige Verantwortungselite des Landes zusammenzubringen und sie auf ihrem Weg zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern der Zukunft zu begleiten.

Ansprechpartner_innen

Johannes CS Frank ist Projektleiter des Programms Dialogperspektiven und Geschäftsführer des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks.

Johanna Korneli ist Projektkoordinatorin des Programms. Sie ist Politikwissenschaftlerin und promoviert derzeit im Bereich Demokratietheorie und politische Bildung.

Adrian Fiedler ist als Projektassistent für den organisatorischen Ablauf verantwortlich. Er ist Philologe (Slavist) und hat zuvor deutsch-polnische Sprach- und Begegnungsprojekte geleitet.

 

Kuratorium

Den Vorsitz des Dialogperspektiven-Kuratoriums haben Cemile Giousouf, MdB, Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und Siegmund Ehrmann, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag inne.

Durch den Aufbau des Kuratoriums erhoffen wir uns eine breite Unterstützung unseres Anliegens durch Expert_innen aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Religionsgemeinschaften, um so den Wirkungsraum der Dialogperspektiven zu erweitern.


 

KUR
ATOR
IUM

Kontakt und Impressum

Adresse

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V.
Projekt “Dialogperspektiven”
Postfach 120855
10598 Berlin
Telefon: +49 30 31998170-11
Telefax: +49 30 31998170-20
E-Mail: info-at-dialogperspektiven.de
Twitter: @neuedialoge

Helfen Sie uns bei unserer Aufgabe! Investieren Sie in die Zukunft des interreligiösen Dialogs!

Spendenkonto: Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V.

Deutsche Bank

IBAN: DE12 1007 0000 0951 5255 00

BIC: DEUTDEBBXXX

Stichwort: „Dialogperspektiven“

Bitte vergessen Sie nicht, Ihren Namen und Ihre Adresse auf dem Überweisungsträger aufzuführen!

Ihre Zuwendung wird ausschließlich für die Dialogperspektiven verwendet. ELES ist gemeinnützig durch Bescheid des Finanzamts Potsdam vom 11.02.2014. Wir senden Ihnen gern eine steuerabzugsfähige Spendenquittung zu.

Vereinsregister VR 7414 P
Amtsgericht Potsdam

Dialogperspektiven ist ein Programm des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks, das durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Udo Keller Stiftung Forum Humanum ermöglicht wird.

Schirmherrin: Dr. h. c. Charlotte Knobloch
Vorsitzender: Rabbiner Univ.-Prof. Walter Homolka PhD DHL
Stellvertretende Vorsitzende: Rechtsanwalt und Notar Benno Bleiberg, Rechtsanwältin Katarina Seidler
Vorsitzender des Beirats: Prof. Dr. Micha Brumlik

Vorsitzende des Dialogperspektiven-Kuratoriums: Cemile Giousouf, MdB, und Siegmund Ehrmann, MdB

Logo des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks

 

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Unterstützt durch die Udo Keller Stiftung Forum Humanum

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