Frühjahrsseminar 2018

“Theokratie – ein Gedankenexperiment”

21. bis 25. März 2018
Begegnungsstätte Schloss Gollwitz bei Brandenburg an der Havel

Im März 2018 wagen wir ein Gedankenexperiment, indem wir uns spekulativ und kritisch mit dem Herrschaftskonzept der Theokratie auseinandersetzen. Was wäre, wenn es keine „Ungläubigen“ mehr gäbe, sondern nur noch Christen? Oder nur noch Juden? Nur noch Muslime? Oder nur noch vom Markt regulierte privatistische Spiritualitätsangebote und keine religiösen Institutionen mehr? Fragen nach gesellschaftlichen Utopien/Distopien, fernab von religiösem Fanatismus bilden den letzten Themenschwerpunkt, der auch im historischen Kontext theokratischer Systeme zu behandeln ist: Von den zwölf Stämmen Israels zu den theokratischen Hybridherrschaften der antiken Ägypter, Griechen und Römer; vom selbst erklärten Gottesstaat der Islamischen Republik Iran zum Selbstverständnis des jüdischen Staates Israel; von der Debatte, Gott in die europäische Verfassung zu schreiben, zu laizistischen muslimischen Staatsphilosophien oder zu popkulturellen Religionsgründungen wie z. B. die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters. Das Ziel dieses Seminars ist es, nicht nur historisch und religionswissenschaftlich nach so genannten „Gottesstaaten“ zu fragen, sondern gemeinsam zu untersuchen, inwiefern weltanschaulicher Pluralismus in einer Gesellschaft lebbar ist, und wie dazu beigetragen werden kann, dass weltanschauliche Differenzen auf der Basis eines gegenwärtigen Verständnisses – im Sinne eines rationalen wie empathischen Verstehens – nicht toleriert werden müssen, sondern als positive Differenzen akzeptiert werden können.

Dozent_innen

Bericht

Bericht vom Frühjahrsseminar 2018 im Blog

Warum das Dialogperspektivenforum (für mich) so wichtig ist? – Weil ich finde, dass es unerlässlich ist, informiert zu sein, um Vorurteile zu überwinden und den anderen so zu verstehen, wie er sich versteht, um überhaupt miteinander ins Gespräch zu kommen. Wesentlich ist für mich dabei die Begegnung mit Menschen unterschiedlicher religiöser, weltanschaulicher oder auch politischer Prägung; denn ich bin überzeugt, dass nur in der Begegnung Dialog entstehen kann und Vorurteile überwunden werden können, dass nur so ein konstruktives Miteinander relaisiert werden kann.

Katharina, Teilnehmerin der Dialogperspektiven

Lade...