Herbstseminar 2016

Das Herbstseminar 2016 widmet sich dem Thema Religion und Gewalt. Hierzu kommen wir vom 26. bis 30.10.2016 in Lychen (Brandenburg) zusammen.

Besonders in Zeiten, in denen religiöser Fundamentalismus immer wieder seinen Ausdruck in Gewalt findet, ist es gängige Rhetorik nicht-fundamentalistischer Juden, Muslime, Christen, von einem „Missbrauch“ der Religion zu sprechen, von „Gewalt im Namen von …“. In diesem Seminar möchten wir der Frage nachgehen, ob solches Sprechen tatsächlich sinnvoll ist.

Gewalt ist ein inhärentes Phänomen aller Religionen. Dies lässt sich am einfachsten auf der Basis der Quellentexte Bibel, Tora, Koran als vorderste Referenzpunkte feststellen. Gleichzeitig beansprucht jede der drei monotheistischen Religionen für sich, eine „Religion des Friedens“ zu sein. Ist dieser Friede aber nur ein Angebot an die eigenen Gläubigen?

Als Bestandteil dieses Seminars werden auch andere Weltanschauungen dieser Frage unterzogen werden. Sowohl strukturell inhärent als auch historisch evident ist die Gewalt im Atheismus – was hat dies zur Folge?

Gewalt bedeutet in der Behandlung selbstverständlich nicht nur ein physischer Ausdruck von Gewalt, sondern zunächst – nach soziologischer Einordnung – eine allgemein gefasste illegitime Ausübung von Zwang. Hier stellt sich also u.a. die Frage nach der Legitimität. Damit können wir einen Bogen zu unserem zweiten Seminar schlagen: Wie verhält es sich, wenn es eine vermeintliche religiöse Legitimierung von Gewalt gibt? Das Verhältnis von Religion und Gewalt ist auf diese Frage hin nicht ausreichend beleuchtet worden: Wenn Gewalt also ein inhärentes Phänomen aller Religionen ist, wie verhalten wir uns dazu? Das wird die zentrale Fragestellung dieses Seminars sein.

Referent_innen

 

Bericht

Zum Nachlesen der Seminarbericht im Dialog-Blog

 

 

Die Dialogperspektiven haben mir einen intensiven Austausch mit Menschen verschiedenster religiöser Hintergründe, sowie inspirierende Einblicke in deren religiöse Praktiken ermöglicht. Aus den persönlichen Begegnungen mit den anderen Teilnehmer*innen ist ein Verbundenheitsgefühl entstanden, welches weit über den Projektzeitraum hinaus trägt. Die positiven Erfahrungen in den Dialogperspektiven haben mein Interesse befördert, mich als Künstler mit spirituellen Fragen auseinanderzusetzen, Kunstwerke auch in religiösen Kontexten auszustellen und damit im interreligiösen Austausch aktiv zu sein.

Julian, Teilnehmer der Dialogperspektiven

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