Frühjahrsseminar 2017

Mehrheiten und Minderheiten ist das Thema des Frühjahrsseminar 2017, das vom 15. bis 19. März 2017 im polnischen Stettin (Szczecin) stattfindet.

Fragen nach dem Status religiöser und ethnischer Minderheiten innerhalb der Gesamtgesellschaft stehen im dritten Seminar im Fokus. Wie verhalten sich Mehr- und Minderheiten zueinander und beeinflussen einander? Bilden Gläubige sogar ganz grundsätzlich immer eine Minderheit in der Gesamtgesellschaft? Diese Fragen sind gerade jetzt enorm wichtig, da Minderheiten immer stärker unter Druck von Teilen der Gesamtgesellschaft geraten. Migrationserfahrungen sollen hier zur Sprache kommen ebenso wie die Diskussion um Ein- bzw. Zuwanderung.

Im Jahr 2014 wurde ein neues Phänomen in Deutschland und Europa sichtbar: Vor dem Hintergrund des letzten Krieges zwischen Israel und Palästinensern wurde in Deutschland und Europa ein grundlegender Konflikt zwischen Juden und Muslimen konstatiert, den es in den Erfahrungen beider Religionsgemeinschaften in dieser Form nicht gibt. Das Neue an diesem Phänomen war, dass eine religiöse Minderheit gegen eine andere religiöse Minderheit medial ausgespielt wurde. Dabei haben Juden und Muslime in ihren jeweiligen heutigen Lebenswelten in Europa größere Gemeinsamkeiten als Juden und Christen bzw. Christen und Muslime.

Gerade jetzt, wo Bewegungen wie PEGIDA sich – auf eine vermeintlich jüdisch-christliche abendländische Kultur sich verweisend – gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ berufen, wird es in diesem Seminar auch um die Verantwortung gehen müssen, die Mehrheitsgesellschaften für religiöse und ethnische Minderheiten haben. Allerdings wird auch gefragt werden, ob – und wenn ja, wo – religiöse Minderheiten ihre spezifischen Ausprägungen an eine Mehrheitsgesellschaft anpassen müssen. Diese Fragen knüpfen an das zweite Seminar an und öffnen einen noch weiteren Raum für Konflikte, die, wie bereits einleitend beschrieben, für das gegenseitige Verstehen und gegenseitiges Verständnis genutzt werden sollen.

Bei diesem Seminar wird es im Kern auch darum gehen müssen, in wieweit es nur möglich ist, das Eigene zu behaupten, indem man ein Anderes konstruiert, auf das man seine Ängste projiziert. Eine gemeinsame Entwicklung von Thesen zum Verständnis verspricht hier eine besonders wertvolle gemeinsame Arbeit.

Referent_innen

Bericht

Zum Nachlesen der Seminarbericht im Dialog-Blog

 

 

Dialogperspektiven hat mir Berührungsängste genommen. Und gezeigt, dass es Wege gibt einen respektvollen Austausch zu haben ohne in die "Friede-Freude-Eierkuchen-Falle" zu tappen. Diese Erfahrungen haben mir privat und beruflich sehr geholfen! Danke Dialogperspektiven!

Nina, Teilnehmerin der Dialogperspektiven