Kristina Schneider

Kristina Schneider studierte Ethnologie mit den Nebenfächern Gender Studies und Soziologie an der Georg-August Universität Göttingen. Im Anschluss war sie ebenfalls in Göttingen wissenschaftliche Hilfskraft der AG Geschlechterforschung und im BMBF Forschungsnetzwerk DORISEA (Dynamiken von Religion in Südost-Asien) des Instituts für Ethnologie.

Seit 2013 promoviert sie zu Verschränkungen zwischen religiösen und sexuellen Identifizierungen am Beispiel von religiösen Lesbi/an in Indonesien. Ihr laufendes Dissertationsprojekt untersucht, wie die in hegemonialen Diskursen als widersprüchlich konstruierten religiösen Identifizierungen mit LBT (lesbisch, bi und trans*) Identifizierungen von den Akteur_innen in unterschiedlichen sozialen Räumen und Kontexten (Alltag, aktivistisch, medial) dynamisch verbunden und verhandelt werden. Außerdem geht die Forschung der Frage nach, welche Selbstkonzepte an der Intersektion von desire und faith durch diese Verhandlungen erwachsen.

Neben ersten Lehrtätigkeiten an der Universität Göttingen, z.b. zu sozialwissenschaftlicher Forschungsethik oder verschiedenen Gleichstellungskonzepten, ist Kristina Schneider seit 2009 als Teamerin mit den Schwerpunkte Gender, Sexualitäten und Selbstreflektion in der Jugend- und Erwachsenenbildungsarbeit tätig.

Zwischen Oktober 2016 und September 2018 war Kristina Schneider für die Beratung und Betreuung von Studierenden des Masterstudiengangs Diversitätsforschung zuständig. Danach arbeitete sie bis Juli 2020 als Elternzeitvertretung in der Position der Referentin der Insitutsleitung und als Studiengangskoordinatorin ebenfalls am Insitut für Diversitätsforschung an der Uni Göttingen. Zudem ist Kristina Schneider berufenes Beiratsmitglied und stellvertretende wissenschaftliche Sprecherin des ‘Raum der Stille’ an der Universität Göttingen. Seit August 2020 widmet sie sich der Fertigstellung der Dissertation.

 

Publikationen

LGBT in Indonesien – aktuelle Entwicklungen. Südostasien Jg. 2016 (1): 36-38.

Alternate ways of doing gender in social spaces? – Über Positionierungsprozesse gleichgeschlechtlich liebender Frauen in Indonesien. In: Lehmann, Sonja; Müller-Wienbergen und Julia Elena Thiel (Hg.), Neue Muster, alte Maschen? Interdisziplinäre Perspektiven auf die Verschränkungen von Geschlecht und Raum; S. 229-249. Bielefeld: Transcript Verlag.

˝Unsere Gruppe konnte einen Raum schaffen, in dem ich aus der Defensive heraustreten konnte, weil niemand in der Offensive stand. Wir wurden dazu ermutigt, auch das „eigene“ Ungemütliche, Eckige und Kantige nicht entschuldigend wegzuerklären, sondern zu akzeptieren, dass es da ist. Unser Dialog war nicht darauf erpicht, Antworten zu finden, sondern Fragen zu stellen; diese Fragen haben wir nicht einander gestellt, sondern gemeinsam.

Iman, Teilnehmerin der Dialogperspektiven