Karov-Qareeb. Ein jüdisch-muslimischer Thinktank

 

Der jüdisch-muslimische Thinktank Karov-Qareeb wurde Anfang 2019 durch das jüdische Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) und das muslimische Avicenna-Studienwerk initiiert. Er arbeitet unter dem Dach der Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch. Die Teilnehmer*innen sind junge Jüd*innen und Muslim*innen, die sich akademisch und im sozialen Engagement bereits bewiesen haben. Sie möchten die Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft mitgestalten.

 

Ziel von Karov-Qareeb ist es, eine nachhaltig wachsende und wirksame Plattform für junge Jüd*innen und Muslim*innen aufzubauen. Das Projekt bietet einen Raum, in dem die Teilnehmer*innen eigene Wünsche und Bedürfnisse formulieren, die Nähe jüdischer und muslimischer Lebensrealitäten erkunden und sich mit eigenständig gewählten Themen und Fragestellungen auseinandersetzen. Karov-Qareeb ermöglicht ein gemeinsames Empowerment von Jüd*innen und Muslim*innen, das angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen dringend notwendig ist.

Das Konzept des Thinktanks folgt einem demokratisch-partizipatorischen Ansatz. Dieser orientiert sich frei von etwaigen institutionellen Bedürfnissen grundlegend an den Interessen der Teilnehmenden und ermöglicht ihnen einen möglichst breiten Gestaltungsspielraum. Die Gesprächs- und Veranstaltungsthemen sowie die Erarbeitung eigener Formate liegt in den Händen der Teilnehmer*innen.

Karov-Qareeb möchte den performativen Druck auf jüdisch-muslimische Initiativen umkehren und Öffentlichkeit erst dann einbeziehen, wenn diese für die eigene Arbeit produktiv gemacht werden kann. Nachhaltiges Empowerment entsteht über die Entwicklung langfristiger Beziehungen. Sie sind als Fundament gemeinsamen Arbeitens und der tiefgehenden Auseinandersetzung mit vielfältigen Themenschwerpunkten des jüdisch-muslimischen Dialogs unverzichtbar.

Der Thinktank versteht sich nicht nur als „safe space“, sondern darüber hinaus auch als „brave place“. Die Teilnehmer*innen sollen darin bestärkt werden, sich mit den Erkenntnissen und Ergebnissen ihrer gemeinsamen Arbeit selbstbewusst in öffentlichen Diskursen zu positionieren, mit ihren Anliegen und Forderungen sichtbar zu werden und in die Gesamtgesellschaft zu wirken, um Gesellschaft mitzugestalten.

Zur Stärkung jüdisch-muslimischer Solidarität tragen wir bei, indem wir zum einen verstärkt auf die Bildung von lokalen und regionalen, aber auch nationalen und internationalen Netzwerken setzen. Wir schicken unsere Teilnehmer*innen als Multiplikator*innen dorthin, wo sie gebraucht werden und verbinden sie mit den Menschen, die sie brauchen, um sich in Gesellschaft, Politik, in den Religionsgemeinschaften und Communities einzusetzen. Gleichzeitig arbeitet der Thinktank mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, um gesellschaftlich relevante Themen und Fragestellungen gemeinsam zu bearbeiten.

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