Perspektiven auf pluralistisches Erinnern. Eine Lange Nacht zur Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Langen Nacht der Ideen 2021 des Auswärtigen Amts

07. Juni 2021, 18:00, digital

 

Am 07. Juni 2021 findet die Lange Nacht der Ideen des Auswärtigen Amtes statt, die auch in diesem Jahr als virtuelle Lange Nacht gefeiert wird. Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch ist zum dritten Mal mit dabei. Unter dem Titel „Perspektiven auf pluralistisches Erinnern. Eine Lange Nacht zur Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD)“ laden wir zur offiziellen Kick-Off-Veranstaltung unseres neuen Projekts CPPD ein.

Wer erinnert wann, wo, wie und an wen? Wessen Erinnerung wird sichtbar gemacht – durch staatliche Förderung, durch Ausstellungen, Denkmale, Gedenktage – wessen nicht? Diese Aspekte tragen entscheidend dazu bei, wie sich eine Gesellschaft selbst erzählt, wer dazugehört zu ihrem Wir. Und diese Fragen müssen immer wieder neu verhandelt werden: Erinnerungskultur ist dynamisch und politisch. Sie enthält eine Deutung von Geschichte, eine Interpretation von Gegenwart, Visionen von Zukunft, Identitätsangebote.

Staatliche Formen des Erinnerns in Deutschland und Europa verfehlen vielfach ihren Zweck. Statt Katalysatoren für Veränderungsprozesse im Sinne der pluralen Demokratie zu sein, verharren sie in statischen Praktiken. Sie bilden die vergangene und gegenwärtige Pluralität der Gesellschaften nicht ab. Dieser Zustand erfordert eine Wende: Weg von der Homogenisierung europäischer Erinnerungskulturen hin zu einer Anerkennung der Vielfalt deutscher und europäischer Erinnerungsmomente und ihrer Träger*innen. Kein Gleichsetzen, kein Relativieren, sondern: Stärkung durch Pluralisierung.

Dialogperspektiven hat ein neues Netzwerk von Intellektuellen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen initiiert: die Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD). Die CPPD will Erinnerungskultur neu denken und gemeinsame Strategien und Visionen für ein pluralistisches Erinnern entwickeln.

Wie das gelingen kann, darüber sprechen Max Czollek und Jo Frank mit sechs Mitgliedern der CPPD. In 1:1-Gesprächen à 20 Minuten stellen Aladin El-Mafalaani, Nadja Ofuatey-Alazard, Noa K. Ha, Gianni Jovanovic, Lea Wohl von Haselberg und Esra Küçük ihre Visionen für neue, pluralistische Erinnerungskulturen vor.

#lndi2021 #mb2021 #erinnernpluralisieren #neuenarrative #dialogueperspectives #cppd

 

Programm und Gäste:

18:00 Uhr, Einführung durch Johanna Korneli, Programmleiterin Dialogperspektiven

18:10 Uhr, Jo Frank/ Aladin El-Mafalaani (Soziologe)

18:30 Uhr, Max Czollek/Nadja Ofuatey-Alazard (Dekoloniale)

18:50 Uhr, Jo Frank/Noa Ha (DeZIM-Institut)

19:10 Uhr, Max Czollek/Gianni Jovanovic (Aktivist und Autor )

19:30 Uhr, Jo Frank/Lea Wohl von Haselberg (Film- und Medienwissenschaftlerin)

19:50 Uhr, Max Czollek/Esra Küçük (Allianz Kulturstiftung)

20:10 Uhr, Max Czollek: Zusammenführung und Abschluss

 

Moderation:

Max Czollek (Autor, künstlerisch-akademische Leitung der CPPD)

Jo Frank (CPPD/Dialogperspektiven/Leo Baeck Foundation)

Die Veranstaltung findet im Livestream auf der Facebookseite und dem Youtube-Kanal von Dialogperspektiven sowie der zentralen Webseite der Langen Nacht der Ideen statt. Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung nötig. Wir freuen uns auf rege Diskussionen in den Kommentarspalten!

 

Weitere Informationen zur CPPD

 

˝Warum das Dialogperspektivenforum (für mich) so wichtig ist? – Weil ich finde, dass es unerlässlich ist, informiert zu sein, um Vorurteile zu überwinden und den anderen so zu verstehen, wie er sich versteht, um überhaupt miteinander ins Gespräch zu kommen. Wesentlich ist für mich dabei die Begegnung mit Menschen unterschiedlicher religiöser, weltanschaulicher oder auch politischer Prägung; denn ich bin überzeugt, dass nur in der Begegnung Dialog entstehen kann und Vorurteile überwunden werden können, dass nur so ein konstruktives Miteinander relaisiert werden kann.

Katharina, Teilnehmerin der Dialogperspektiven