Pressemitteilung: Öffentliche Intervention der Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD) zum Tag der Deutschen Einheit

PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 30. September 2021

#ERINNERUNGSFUTUR: Öffentliche Intervention der Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD) zum Tag der Deutschen Einheit 2021.

Die Coalition for Pluralistic Public Discourse zeigt mit einer Plakatkampagne in Halle (Saale) und Berlin vielfältige Perspektiven auf Erinnerungskultur. Die 21 Plakate mit Zitaten von Mitgliedern des Netzwerkes von Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Intellektuellen fordern die Pluralisierung von Erinnerungskultur und machen auf Leerstellen vorherrschender Narrative aufmerksam. Eine Social-Media-Kampagne unter dem Hashtag #Erinnerungsfutur ist Teil der Intervention.

Am 03. Oktober wird in Deutschland an die deutsche Wiedervereinigung erinnert. Bei den staatlichen Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag kommen wichtige Themen wie die Aufarbeitung und kritische Reflexion der rechten Gewaltexzesse in den Jahren nach der Wiedervereinigung und ostdeutsche Perspektiven auf die Transformationsprozesse zu kurz. Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit richtet 2021 Sachsen-Anhalt aus. Sie finden nur wenige Tage vor dem 09. Oktober 2021, dem zweiten Jahrestag des rechtsextremen Anschlags auf die Synagoge und der Ermordung von Kevin S. und Jana L., in Halle statt. Am Tag der deutschen Einheit müssen auch die Kontinuitäten von Antisemitismus, Rassismus und Antiziganismus in Deutschland thematisiert werden.

„Für viele Menschen markieren die Jahre 1989/1990 den Beginn systematischer Übergriffe und existenzieller Umbrüche“, erklärt Johanna Korneli, Leiterin der CPPD. „An kaum einem Tag im Gedenkkalender der Bundesrepublik sind die Schwierigkeiten der Mehrheitsgesellschaft, andere Geschichten als die bekannte eigene zuzulassen, so sichtbar.“

Mit der Intervention #Erinnerungsfutur knüpfen die Mitglieder der CPPD mit kurzen Statements an die seit Jahrzehnten bestehende Forderung nach einer Ambivalenz des Erinnerns an: „Die Erinnerungskultur der Zukunft wird plural sein. Nicht antiquarisch, nicht monumental, sondern lebendig, anregend, kritisch. Sie wird eine Realität spiegeln, die nicht vergisst, nichts verdrängt, nichts verschweigt“, so Ahmad Milad Karimi, Professor für Islamische Philosophie und CPPD-Mitglied, in seinem Zitat für die Kampagne.

Die Plakate mit Zitaten von Max Czollek, Ahmad Milad Karimi, Marieke Reimann, Ferda Ataman, Hamze Bytyçi, Nadja Ofuatey-Alazard u.v.m. werden ab dem 28. September 2021 in Halle und ab dem 02. Oktober 2021 in Berlin plakatiert und ab dem 30. September 2021 auf dem Instagram-Kanal der CPPD veröffentlicht.

Johanna Korneli (Dialogperspektiven/Leo Baeck Foundation), eine der drei Leiter*innen der CPPD, steht Ihnen für ein Interview zur CPPD zur Verfügung.

Presse-Kontakt:
Sarah Rauchfuß
Presse & Öffentlichkeitsarbeit CPPD
Mobil: 0171-4216058
Mail: rauchfuss@dialogperspektiven.de

Plakatmotive (Auswahl):

Hintergrundinformationen:
Die Coalition for Pluralistic Public Discourse ist ein Netzwerk von etwa 50 Intellektuellen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen, die auf unterschiedlichste Weise zu Erinnerungskultur und Vielfalt arbeiten und forschen. Ziel des im Mai 2021 gegründeten Netzwerkes ist neben der Kritik am Status quo der deutschen und europäischen Erinnerungspolitik das Erarbeiten neuer Konzepte für ein pluralistisches Erinnern. Kurator ist der Lyriker und Publizist Max Czollek, Johanna Korneli (Programmleiterin der Dialogperspektiven) und Jo Frank (Leiter der Dialogperspektiven) leiten das Projekt. Die CPPD ist ein Projekt von Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch, einer Initiative der Leo Baeck Foundation.

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˝Unsere Gruppe konnte einen Raum schaffen, in dem ich aus der Defensive heraustreten konnte, weil niemand in der Offensive stand. Wir wurden dazu ermutigt, auch das „eigene“ Ungemütliche, Eckige und Kantige nicht entschuldigend wegzuerklären, sondern zu akzeptieren, dass es da ist. Unser Dialog war nicht darauf erpicht, Antworten zu finden, sondern Fragen zu stellen; diese Fragen haben wir nicht einander gestellt, sondern gemeinsam.

Iman, Teilnehmerin der Dialogperspektiven