Perspektiven in Zeiten von Corona

Die Corona-Pandemie stellt unser Leben auf den Kopf. Wie wir leben, arbeiten, lieben, unsere religiöse Praxis — vieles verändert sich. Manche Probleme macht das Virus erst sichtbar, manche Themen betrachten wir jetzt aus anderer Perspektive. Unsere aktuellen und ehemaligen Teilnehmenden erzählen ab sofort hier in unserem Blog von ihrem Leben in Corona-Zeiten. Von fundamentalen Erschütterungen, neuen Erkenntnissen und gelassenen Einsichten.

Den Anfang macht Julia, Teilnehmerin der ersten Generation. Julia ist Referentin für Bildung, Soziales und Kultur in der Katholischen Hochschulgemeinde Bielefeld und sie ist in der zurückliegenden Karwoche in einen persönlichen Eucharistie-Streik getreten – für eine geschlechtergerechte Kirche. Warum und wie die Corona-Krise ihr Eintreten für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche bestärkt, hat Julia in ihrem Beitrag im theologischen Feuilleton feinschwarz.net beschrieben.

“Dann taucht ein Virus wie Corona auf und eine starke Reaktion von kirchlicher Seite sind Gottesdienste, in denen Priester stellvertretend für alle Gottesdienste feiern. Alleine hinter dem Altar. Teilweise geben sie sich selbst die Antworten. Selbstgespräche. Zum Glück gibt es auch partizipative Formate, die zunehmend ausgebaut und verbessert werden. Gleichzeitig macht diese Krise die Strukturen sichtbarer als je zuvor, auch für reguläre KirchgängerInnen. Sie können nicht mehr durch die anwesenden Gläubigen überdeckt werden. (…) Dieses ‘volle Bewusstsein` darüber, ‘die Dankbarkeit’, mit gemeint und hinein genommen zu sein in das eucharistische Sakrament, das kann ich erst wieder leben, wenn Kirche diese Gleichheit der Menschen auch strukturell abbildet. Deswegen trete ich von jetzt an in einen Eucharistie-Streik. Ich verzichte auf den physischen Empfang des Sakraments der Eucharistie – in Solidarität mit allen, die jetzt nicht empfangen können und um den trennenden Schmerz sichtbar zu machen, den diese Kirche immer noch in Bezug auf Geschlechterrollen lebt.”

Lest den ganzen Beitrag von Julia!

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˝Unsere Gruppe konnte einen Raum schaffen, in dem ich aus der Defensive heraustreten konnte, weil niemand in der Offensive stand. Wir wurden dazu ermutigt, auch das „eigene“ Ungemütliche, Eckige und Kantige nicht entschuldigend wegzuerklären, sondern zu akzeptieren, dass es da ist. Unser Dialog war nicht darauf erpicht, Antworten zu finden, sondern Fragen zu stellen; diese Fragen haben wir nicht einander gestellt, sondern gemeinsam.

Iman, Teilnehmerin der Dialogperspektiven

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