Ziele

Religionen und Weltanschauungen bestimmen aktuelle europäische Diskurse fundamental. In der gemeinsamen Arbeit mit zukünftigen europäischen Führungskräften agiert Dialogperspektiven in einem einzigartigen europäischen, global agierenden Netzwerk an der Schnittstelle zwischen Religionen, Weltanschauungen, Politik und Gesellschaft, um den Herausforderungen einer pluralen und zunehmend durch Fragmentierung und Polarisierung geprägten europäischen Gesellschaft zu begegnen. Gesellschaftlichen Zusammenhalt auf der Basis gemeinsamer gesellschaftlicher Ziele zu erreichen – dafür leistet Dialogperspektiven einen entscheidenden Beitrag.

Dialogperspektiven verfolgt vier langfristige Ziele:

  1. Die Schaffung eines europäischen, global wirkenden stabilen Netzwerks von künftigen europäischen Führungskräften, mit dem Ziel diese zu kompetenten Mitgestalter*innen europäischer Diskurse an den Schnittstellen von Religionen/Weltanschauungen, Wissenschaft, Politik, Kultur, Wirtschaft und gesellschaftlicher Verantwortung auszubilden.
  2. Die Weiterentwicklung eines konstruktiven gesellschaftsgerichteten Dialogs zwischen den vielfältigen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in Europa mit dem Ziel, die vielfältigen europäischen Gemeinschaften länderübergreifend zu stärken, neue europäische Allianzen zu schaffen, Wehrhaftigkeit und Solidarität zwischen einzelnen religiös-weltanschaulichen Gemeinschaften zu schaffen und diese Wehrhaftigkeit im Sinne einer europäischen Verantwortung produktiv zu machen.
  3. Die Schaffung eines stabilen europäischen Netzwerks aus renommierten wissenschaftlichen, zivilgesellschaftlichen, politischen, religiös-weltanschaulichen sowie wirtschaftlichen Partnerinstitutionen und -Organisationen in den europäischen Partnerländern, zum Transfer der Erkenntnisse und Methoden der Dialogperspektiven mit dem Ziel einer aktiven Stärkung europäischer Zusammenarbeit.
  4. Die aktive Mitgestaltung aktueller und zukünftiger europäischer Diskurse an den Schnittstellen von Religionen/Weltanschauungen, Wissenschaft, Politik und gesellschaftlicher Verantwortung anhand praktischer, outcome-orientierter und pluralistischer Dialogverfahren und -formate.

Religiös-weltanschaulicher Pluralismus im Zentrum gesellschaftspolitischer Relevanz

Europa ist ein Ort der Vielfalt, ein Raum der Möglichkeiten und der gesellschaftlichen Zusammenarbeit. Der religiös-weltanschauliche Pluralismus Europas hat dabei die Vorstellung einer einheitlichen nationalen oder religiösen Homogenität längst überholt. Gleichzeitig ist Europa geprägt von politischer Fragmentierung und Polarisierung, erstarkendem Nationalismus und der Abwehr alternativer Lebensentwürfe.
Pluralisierung bedeutet nicht nur Vermehrung und Ausdifferenzierung von Identitäten, sondern auch Stärkung religiös-weltanschaulicher Gemeinschaften. In den vielfältigen Gemeinschaften Europas werden längst nicht mehr nur Fragen nach Integration gestellt, sondern kritisches Selbstbewusstsein erprobt, gesellschaftliche Teilhabe eingefordert und an den öffentlichen Diskursen partizipiert.

Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in Europa reflektieren – Diskurse aktiv mitgestalten – nachhaltig in die Gesellschaft hineinwirken

In diesen Diskursen werden Fragen nach individuellen und gesellschaftlichen Bedeutungen von Religionen und Weltanschauungen im Zusammenhang mit gesellschaftspolitisch zentralen Thematiken gestellt: Migration, Asyl, Flucht und Integration, die Frage nach kollektiver Identität und gesellschaftlichen Werten, Privilegien, Rechten und Verantwortung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen.

Welche Rolle Religionen und Weltanschauungen in der Gestaltung europäischer Gesellschaft einnehmen können, ist dabei ein Aushandlungsprozess, der eben diese gesellschaftliche Pluralität widerspiegeln muss und der gerade auch die einschließen muss, die z. B. nicht religiös identifiziert sind.
Interreligiös-weltanschaulichen Dialog verstehen wir hier ganz klar als politische Praxis. Zusammen erarbeiten wir gemeinsame Ziele, um gesellschaftliche Stabilität, Widerstandsfähigkeit und auch Wehrhaftigkeit in europäischen Gesellschaften zu ermöglichen.

Grundlegende Fragen für die gemeinsame Arbeit

Konzeptionelle Grundannahmen

In Auseinandersetzung mit den oben beschriebenen grundsätzlichen Fragen einerseits und der kritischen Reflexion etablierter Formate und Methoden des interreligiösen Dialogs andererseits, sind im Rahmen des Programms eine Reihe konzeptioneller und methodischer Grundannahmen entwickelt worden, die als Basis für das Dialogperspektiven-Programm fungieren:

˝Die Dialogperspektiven haben mir einen intensiven Austausch mit Menschen verschiedenster religiöser Hintergründe, sowie inspirierende Einblicke in deren religiöse Praktiken ermöglicht. Aus den persönlichen Begegnungen mit den anderen Teilnehmer*innen ist ein Verbundenheitsgefühl entstanden, welches weit über den Projektzeitraum hinaus trägt. Die positiven Erfahrungen in den Dialogperspektiven haben mein Interesse befördert, mich als Künstler mit spirituellen Fragen auseinanderzusetzen, Kunstwerke auch in religiösen Kontexten auszustellen und damit im interreligiösen Austausch aktiv zu sein.

Julian, Teilnehmer der Dialogperspektiven

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